Das Klischee ist altbekannt: Der Vertriebler verkauft das Blaue vom Himmel, und der Entwickler rauft sich die Haare, wie er das umsetzen soll. Doch statt diesen Konflikt zu vermeiden, zelebrieren wir ihn. Denn genau dort, wo visionäre Wünsche auf technische Realität prallen, entstehen die besten Lösungen für den Nutzer.

Vertrieb trifft Technik: Der Visionär und der Realist

Bei der Zusammenarbeit mit Moritz ergänzen wir uns perfekt, gerade weil unsere Expertisen so unterschiedlich sind. Er kommt aus dem Vertrieb und denkt radikal vom Kunden her. Er sieht das fertige Produkt und den Nutzen, völlig unbelastet von der Frage, wie komplex die Umsetzung im Hintergrund ist. Ich hingegen bin der Realist, der die technischen Grenzen kennt und pragmatische Lösungen findet.

Diese Dynamik sorgt dafür, dass wir nicht in Standardlösungen verfallen, sondern immer wieder neue Wege gehen, um die beste User Experience zu schaffen. Das ist am Ende des Tages genau der Impuls, den wir brauchen! Ich als Techniker trage manchmal automatisch einen "Geht/Geht nicht"-Filter im Kopf. Ich kenne die technischen Hürden und neigte öfter dazu, meine eigenen Grenzen vorschnell auf das Projekt zu projizieren.

Wenn Moritz dann fragt "Warum geht das nicht?", zwingt er mich dazu, meine "Geht nicht"-Haltung zu hinterfragen. Oft stelle ich dann fest: Es geht doch. Ich hatte nur Respekt vor dem Aufwand. Aber: I did it anyway! Der Rest ist Geschichte.

Vom Augenrollen zum Sweetspot

Zu Anfängen musste sich das natürlich erst justieren. Zunächst habe ich bei jedem Feature, das er wollte, die Augen verdreht – und es ihm am nächsten Morgen trotzdem auf dem Teller serviert. Irgendwann wurde es komplexer und die Vorstellungen futuristischer, weil die Erfahrung war: Wir wollen out-of-the-box denken.

Slider waren die Hölle, irgendwelche Maps-Integrationen, typisches Designer-Denken im Checkout oder E-Commerce Prozess. Irgendwann wurden es mehr Kompromisse. Die hat Moritz auch in Ordnung gefunden, weil wir immer einen Sweetspot zwischen "sieht geil aus" (sein Anspruch) und "beste UX/Performance" (mein Anspruch) gefunden haben. Mittlerweile ziehen wir an einem Strang und verstehen uns und unsere Rollen blind - durch gegenseitiges Lernen und Zusammenarbeiten.

Perfektionismus mit Preisschild

Doch bei aller Liebe zum Detail darf eines nie vergessen werden: Unser großes Ziel ist immer die Wertschöpfung für den Kunden in einer optimalen Budgetierung, wenn wir Webseiten planen. Wir sind zwar Perfektionisten in dem, was wir tun. Aber wir hinterfragen Default-Werte und Standards nicht aus Eitelkeit, sondern weil es uns stört, wenn Budget für mittelmäßige Lösungen verbrannt wird. Wir setzen uns über Standards hinweg, damit das Ergebnis für den Kunden besser performt, nicht damit wir uns technisch austoben können.

Das "Wofür" und der Brain-Balsam

Und wenn wir uns einmal austoben: Wir hinterfragen jedes Feature erst auf das "Wofür" und opfern erst dann die zeitlichen Ressourcen für die Recherche und das Ausprobieren. Oft artet das in ein Hobby-Projekt at home für mich aus. Ich liebe sowas!

Erst recht, wenn die "Wofür"-Frage eine ganz klare Antwort gibt und wir damit wieder mal out-of-the-box denken, ohne Nutzer "abzufucken", weil wir das Rad neu erfinden, sondern eher einen Brain-Balsam hervorrufen. Manchmal entstehen daraus sogar komplett neue Ideen, die wir dann in anderen Projekten wiederverwenden können.

Ein Beispiel: Warum zum Teufel sind in Mobilversionen die Menü-Toggle Buttons immer oben rechts? Damit man sich beim Navigieren die Finger bricht? Wir haben Studien geprüft und sind zu dem Entschluss gekommen, dass die angenehmere Stelle für einen solchen Toggle-Button eben nicht ein Sticky-Header ist, sondern ein Sticky-Footer als Navigation. Unten – da kommen wir mit dem Finger am besten hin, wenn man sein Telefon natürlich hält.

2025-Mindset: "Kann ich nicht" gibt's nicht mehr

Mein Lieblingsspruch ist ja immer noch: "Alle sagten immer, das geht nicht. Dann kam einer, der wusste es nicht - und hat es einfach gemacht." Dieser Jemand will ich sein!

Und excuse me – wir haben 2025. "Kann ich nicht" ist mit richtigem Tooling von AI heutzutage keine Dev-Ausrede mehr, wenn man sich weiterbilden will! Früher gab es teure Bücher und Kurse oder StackOverflow Fragen ohne Antworten von vor 10 Jahren. Heute gibt es AI, die dir in Sekunden Code-Snippets generiert, die du nur noch anpassen musst. Klar, das ist nicht immer perfekt. Aber es ist ein Anfang, um Ideen zu testen und Prototypen zu bauen. Der Rest ist dann Handarbeit.

Und genau das ist der Punkt: Visionäre Ideen brauchen Realisten, die sie umsetzen können. Nur so entsteht am Ende ein Produkt, das nicht nur funktioniert, sondern begeistert. Herzlich Willkommen, du hast unsere Philosophie gerade gelesen!